„Yéil, der mutige Rabe“

„Yéil, der mutige Rabe“

„Yéil, der mutige Rabe“

Mit unserem neuen Märchen reisen wir nach Alaska – genauer gesagt zu einem der indianischen Ureinwohnerstämme im Südosten des Landes. Wir tauchen ein in eine fantastische Geschichte, die uns von der Entstehung der Welt durch Licht und Wärme erzählt.

Als Alaska im Jahr 1867 von den USA käuflich erworben wurde, war das Land schon seit vielen tausend Jahren besiedelt. Wie zahlreiche andere indianische Stämme war auch das Volk der Tlingit dort sesshaft geworden, es gehört zu den Ureinwohnern des südöstlichen Alaska. 

Die Umgebung bot reichlich Ressourcen und die Tlingit nutzten die umliegenden Gewässer für ihre Nahrung und zum Transport von vielen Gütern. Sie lebten überwiegend vom Fischfang und bauten aus dem reichlich vorhandenen Holz lange Kanus. 

Circa 10.000 Tlingit leben noch heute in den Küstengebieten des südöstlichen Alaska und in der kanadischen Provinz British-Kolumbien.

Unsere Geschichte hat den Titel „Yéil, der mutige Rabe“. In der Mythologie der Tlingit spielt der Rabe eine wichtige Rolle: entweder ist er selbst der Schöpfer der Welt oder spielt bei der Schöpfung eine große Rolle. In vielen Mythen erscheint der Rabe in mehreren Gestalten, auch in unserer Geschichte kann er sich verwandeln.

Als Junge wächst der mutige Rabe Yéil bei seinem Großvater, dem Flussgott, auf. Der alte Mann besitzt viele Schätze, drei davon hält er streng geheim. In den Schatztruhen befinden sich die Sonne, der Mond und die Sterne und – die Erde. 

Nichts wünscht sich Yéil mehr, als diese Schätze sehen zu dürfen…Als der Flussgott sich nach vielem Bitten und Betteln endlich erweichen lässt und die Schatztruhen einen Spalt breit öffnet, ist Yéil begeistert. Zum ersten Mal erfährt er das Gefühl und den Zauber von Licht und Wärme. 

Von da an ist er nicht mehr zu halten: er befreit die Schätze aus ihren Truhen. Dafür wird er vom wütenden Großvater verstoßen; er packt ihn und schleudert ihn in die Tiefen des Weltalls.

Aber wie geht es jetzt, wo sie frei sind, mit den Schätzen weiter? Und der Großvater? Nach vielen Jahren macht sich der Flussgott auf die Suche nach seinem mutigen Enkel Yéil …

Der Künstler Ceyhun Şen war fasziniert von der Eigenart dieser „weltumspannenden“ Geschichte und illustriert sie gegenwärtig für unser nächstes Bilderbuch. Die Skizzen und die farbige Illustration, die Sie hier sehen, hat er uns als ersten Eindruck zukommen lassen.